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Irgendwas muss anders werden!

Irgendwas muss anders werden!

Neue Wege aus der Erschöpfung – Das 5 Tage Programm 2020 Rowohlt, Hamburg

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Kurzbeschreibung

„Ich schaff das alles nicht mehr! Irgendwas muss anders werden!“ – Mit diesem Stoßseufzer kommen Frauen und Männer in die Seminare von Helen Heinemann. Komplexe Arbeitswelten, idealisierte Rollenbilder, private Doppelbelastungen und hohe Ansprüche an sich selbst bringen auch gut organisierte Menschen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Mit zahlreichen O-Tönen, fachlichem Hintergrund und einfachen Aufgaben zum Selbermachen weist dieses Buch Schritt für Schritt den Weg aus der Burnoutfalle hin zu mehr Gelassenheit und Lebensfreude.

2020 Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg, 256 Seiten, Taschenbuch 12,00 EUR, E-Book 9,99  – ISBN:  978-3-499-00508

 

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Burnout verhindern und wieder handlungsfähig werden!

„Ich schaff das alles nicht mehr! Irgendwas muss anders werden!“ – Mit diesem Stoßseufzer kommen Frauen und Männer in die Seminare von Helen Heinemann. Komplexe Arbeitswelten, idealisierte Rollenbilder, private Doppelbelastungen und hohe Ansprüche an sich selbst bringen auch gut organisierte Menschen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Mit zahlreichen O-Tönen, fachlichem Hintergrund und einfachen Aufgaben zum Selbermachen weist dieses Buch Schritt für Schritt den Weg aus der Burnoutfalle hin zu mehr Gelassenheit und Lebensfreude.

Fragen an die Autorin

«Wenn es nicht so dramatisch wäre», schreiben Sie, «könnte man fast sagen, sich erschöpft zu fühlen, gehört heutzutage beinahe zum guten Ton.» Was unterscheidet einen Erschöpfungszustand, den wir alle nur zu gut kennen, von einem Burnout?

Bei einem vollendeten Burnout kommt zu einem tiefgreifenden psychosomatischen Erschöpfungszustand noch der Verlust der Erholungsfähigkeit hinzu. Damit wird die Geschichte dramatisch und die Behandlung ausgesprochen langwierig.

Ursache und zentrales Merkmal eines Burnouts ist weder eine physische noch eine kognitive Erschöpfung, sondern ein emotionales Ausbrennen. Schwerpunkt der Behandlung muss also die emotionale Erholung sein.

Ihr neues Buch beschreibt – in anonymisierter Form – exemplarisch fünf Seminartage mit einer Gruppe von Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Wie schaffen Sie es in so kurzer Zeit, einer so heterogenen Gruppe Inspirationen für eine neue Work-Life-Balance zu geben? Und: Wie nachhaltig kann ein solcher 5-Tage-Intensivkick sein?

In ein Burnout geraten Menschen kaum durch das, was sie tun, sondern wie sie es tun. Entscheidend sind die Persönlichkeitsmerkmale. Und da sind sich die Teilnehmenden sehr ähnlich: Sie haben in der Regel ihren Traumberuf gefunden und sind nicht nur dort, sondern auch in allen anderen Lebensbereichen sehr engagiert und leistungsbewusst. Sie sind erst zufrieden, wenn sie ein wirklich gutes Ergebnis erzielt haben, sie lassen andere nicht hängen, machen freiwillig Überstunden und kommen auch dann zur Arbeit, wenn es ihnen nicht so gut geht. Grundsätzlich kann man sagen, sie sind mit Haut und Haaren und vor allem mit dem Herzen bei der Sache. Diese Persönlichkeitsmerkmale verbinden die Teilnehmenden rasch zu einer sehr starken und wertschätzenden Gemeinschaft, die sich gegenseitig stützt und inspiriert. Ziel der Veranstaltung ist es, diese guten Eigenschaften und Fähigkeiten zu erhalten, sie aber nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst einzusetzen. Dafür braucht man Zeit. Deshalb fünf intensive Tage in einer stärkenden Gruppe. Gelingt diese Erweiterung des Blickwinkels auch auf sich selbst als Person, ist diese Veränderung nachhaltig.

Eine Balance ist nur über die Mittelachse möglich, d. h. die Fülle an Aufgaben lässt sich nur dadurch bewältigen, dass man sich selbst als Mittelpunkt nimmt. Konkret umgesetzt bedeutet das, nicht bei jeder Aufgabe, die an einen herangetragen wird, gleich in einen Startreflex zu verfallen, aufzuspringen und sofort bereit zu sein, sondern sich auch bei der kleinsten Sache einen kurzen Moment innerlich zurückzulehnen und zu fragen: «Will ich das?» «Und wenn ich es will, wie soll es aussehen?» «Und wenn ich es will und weiß, wie es aussehen kann, wann will ich es machen?» «Und wenn ich es nicht will, egal warum: Wie gestalte ich ein freundliches Nein?» Indem ich mir diese kurzen Momente der Besinnung nehme, bestimme ich über mein Leben und meine Arbeit. Damit laufen die Aufgaben über mich als Mittelpunkt. Dann dürfen es auch gern mal viele Aufgaben sein.

Als Expertin für Work-Life-Balancing haben Sie es in Ihrer Arbeit mit Frauen und Männern zu tun. Gibt es so etwas wie ein Gender-Gap auf, also signifikante Unterschiede im Umgang der Burnout-Problematik bei Männern und Frauen?

Frauen spüren die zunehmende Erschöpfung und den Verlust der Erholungsfähigkeit bei sich selbst meist eher als Männer, die die Veränderung ihrer Leistungsfähigkeit oftmals erst sehr spät wahrnehmen. Frauen betreiben zudem mehr Vorsorge und melden sich insgesamt frühzeitiger bei uns. Wenn die Männer nicht mehr können, dann ist es oftmals schon sehr weit gekommen, und dann soll möglichst rasch auch eine Lösung her. Männer melden sich manchmal noch einen Tag vor Seminarbeginn bei uns an.

Inhaltlich geht es in beiden Gruppen immer um eine emotionale Erschöpfung – der Hintergrund ist aber ein anderer. Durch die Auflösung der Geschlechterrollen muss vieles neu definiert und geregelt werden. Während die Männer eine tiefe Verunsicherung in ihrer bislang so selbstverständlichen patriarchalischen Rolle erleben, fühlen sich die Frauen in der Fülle an neuen, durchaus sehr interessanten Aufgaben oftmals alleingelassen und überfordert.

Sie beziehen sich in Ihrer Arbeit explizit auf theoretische Ansätze wie die Salutogenese, das Selbstwirksamkeitskonzept und die Transaktionsanalyse (TA). Unterscheiden Sie sich mit diesem Methodenmix in Ihrer Arbeit von anderen «Anbietern» von Burnout-Prävention?

Tatsächlich unterscheidet sich meine Herangehensweise deutlich von den klassischen Ansätzen, die in der Regel mit nur einer gut entwickelten Methode arbeiten. Eine Methode allein braucht allerdings viel Zeit, um die vielfältigen Aspekte einer tiefgreifenden psychosomatischen Erschöpfung zu erfassen und zu bearbeiten. Ich hatte aber nur fünf Tage für eine nachhaltige emotionale Erholung meiner Teilnehmenden zu Verfügung. Deshalb bin ich vom Ziel ausgegangen und nicht von der Methode. Das Ziel sollte eine spielerisch-kreative Leichtigkeit im Umgang mit den Herausforderungen des Alltags sein. Damit dieses Ziel erreichbar wird, sollte es bereits im Seminar erlebbar werden. Dafür habe ich die passenden Methoden ausgewählt – sozusagen von allem nur das Beste – und diese an einem roten Faden entlang in einen lebendigen Wechsel gebracht. Dadurch verändert sich immer wieder die Perspektive, und der Blick weitet sich. Auch lässt sich durch einen Methodenwechsel leichter lernen: So fordert theoretisch-analytischer Input den Geist, hier vor allem die linke Gehirnhälfte, psychophysiologische Entspannungsmethoden lenken die Aufmerksamkeit auf Atem und Körper, und kreatives Gestalten aktiviert das vernetzte Denken der rechten Gehirnhälfte und gibt Emotionen einen sicheren Raum. So werden die Teilnehmenden über die unterschiedlichsten Wege aktiviert. Begeisterung und Lachen in einer wertschätzenden Gruppe befeuern zudem die Lust auf Veränderung und geben gleichzeitig die Kraft dazu.

Wirft man einen Blick auf Ihre private wie berufliche Vita (vier Kinder und viel, viel Arbeit), dann wundert es, wie Sie all das schaffen, ohne selbst – als Klientin – Ihre eigenen Kurse besuchen zu müssen. Krasse Multitaskerin, gute Gene – was ist es?

Ich kann mich gut an Phasen tiefer Erschöpfung erinnern, gerade als die Kinder klein waren und das Geld sehr knapp. Ich konnte mich aber immer wieder gut erholen. Ein kleiner Schichtwechsel, einen Tag lang mal in einem Roman versinken nach dem Motto «Man kann nicht alles auf einmal schaffen, aber man kann alles auf einmal liegenlassen», die Gewissheit, es immer irgendwie hinzubekommen – nicht unbedingt perfekt und für mein Wohlergehen gern auch mit Hilfe –, dazu mal eine ungestörte Stunde mit meinem Mann, fröhliche Kinder und das Fest, eine Familie zu sein, ließen mich wiederaufleben. Es waren diese Kleinigkeiten, die mich bei aller Anstrengung nicht emotional erschöpfen ließen. Das Entscheidende war und ist allerdings, dass ich mein Leben mit allen Höhen und Tiefen so gewollt habe, dass ich sozusagen die Bestimmerin meines Lebens bin.

In Ihrem Buch findet man den schönen, in diesem Kontext aber doch verblüffenden Satz: «Letztlich ist alles ein großes, wundervolles Spiel.» Was wollen Sie Ihren Leser*innen damit auf den Weg geben?

Unser Leben ist so groß, so bunt, so vielfältig, wir können es gar nicht kontrollieren. Wir können vielleicht ein paar Pläne für den Alltag machen, doch darüber hinaus folgt eine Überraschung nach der anderen. Diese gilt es, willkommen zu heißen, die Herausforderungen anzunehmen und daran zu wachsen und zu reifen. Das gelingt am besten spielerisch mit Versuch und Irrtum, mit Leichtigkeit, Schimpfen und Lachen. Der Ernst des Lebens zielt auf eine statische Perfektion. Das Spiel des Lebens bedeutet lebendiges Wachstum.

Eine letzte Frage. Stehen Sie mit den Teilnehmer*innen Ihrer Seminare und Coachings auch danach noch im Austausch über deren Weg aus der Burnout-Falle – oder wäre ein solcher Kontakt eher kontraproduktiv?

Unsere Teilnehmenden sind ohne Ausnahme sehr kluge und feinfühlige Menschen. Haben die einmal den Dreh raus, wie sie gut für sich sorgen können, brauchen sie vielleicht noch die eine oder andere ganz spezifische Wegbegleitung, uns aber brauchen sie nicht mehr. Dennoch gibt es oftmals «Schiffsmeldungen», wohin die weitere Reise nun gegangen ist. Darüber freue ich mich immer sehr.

Warum Stress glücklich macht.

Warum Stress glücklich macht.

Oder: Wieso wir aufhören sollten zu entspannen

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Kurzbeschreibung

Wer fühlt sich nicht gestresst? Der Alltag ist oft eine einzige Aufholjagd. Und wie, bitte schön, soll Stress glücklich machen?

Helen Heinemann deckt einen Selbstbetrug auf: Nicht der aktive Stress ist das Problem. Sondern unser unbändiger Wunsch nach Entspannung, der uns treffsicher ins Abseits führt. Und sie offenbart, dass die Angst vor Stress nicht nur den Einzelnen schwächt, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene jede Entwicklung verhindert. Eine lebendig geschriebene Streitschrift – die Lust auf Stress macht.

2015 adeo Verlag in der Gerth Medien GmbH, Asslar 224 Seiten, 17,99 EUR, E-Book 13,99 EUR  – Bestell-Nr. 835 042 – ISBN 978-3-863340-42-1

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Das Buch in einzelnen Thesen

Raus aus der Stressfalle!

Gefühle des Versagens, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen sind nur drei von vielen Anzeichen, mit denen sich Burnout bemerkbar macht. Burnout ist eine Falle, in die heutzutage immer mehr Menschen geraten. Die Anforderungen der modernen Zeit wachsen, der Stresspegel steigt. Doch wie geht man mit Stress um? Wie vermeidet man, immer ausgelaugter und depressiver zu werden?

Unser Alltag ist oft eine einzige Aufholjagd.

Ob als berufstätige Mutter, Hausfrau oder hart arbeitender Mann: Der Tag hat irgendwie immer zu wenig Stunden, um all das zu erledigen, was eigentlich getan werden müsste. Wir haben ständig das Gefühl, nicht alles zu schaffen und fallen abends oft erschöpft ins Bett. Dabei „wollten wir doch noch...“, „hätten unbedingt...“ – aber es geht einfach nicht mehr, wir sind zu müde! An eine erholsame Nachtruhe ist nicht zu denken, denn selbst nachts schreiben wir noch To-do-Listen für den nächsten Tag.

Stress pur, und das Tag für Tag.

Kein Wunder, dass die Zahl der Burnout-Betroffenen stetig wächst. Die Statistiken der Krankenkassen zeigen: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung empfindet ihren Alltag als stressig. Aber warum fühlen wir uns so ohnmächtig, wenn es um den Umgang mit Stress geht? Was passiert da eigentlich genau, wenn wir unter Stress leiden? Und warum hilft uns oft Entspannung in solchen Momenten nicht weiter?

Finde dich selbst!

All diesen Fragen geht die Pädagogin Helen Heinemann in ihrem Ratgeber „Warum Stress glücklich macht“ nach. Sie ist Expertin für das Thema Burnout und deckt einen Selbstbetrug auf: Nicht der aktive Stress ist das Problem, sondern unser unbändiger Wunsch nach Entspannung. Denn auch hier machen wir uns Stress: „Ich muss unbedingt heute noch in meinen Yoga-Kurs.“ „Ich muss unbedingt mehr Trainingseinheiten im Fitnessstudio schaffen.“ Und schon sind wir wieder gefangen in der Spirale, nicht genug getan zu haben, es wieder nicht geschafft zu haben. Stressabbau bedeutet, weniger zu arbeiten, gelassener und unempfindlicher gegenüber Außenreizen und Anforderungen zu werden. Wenn wir unser Augenmerk vor allem auf Entspannung setzen, entfernen wir uns mehr und mehr von uns selbst und von den Dingen, in denen wir erfahren, wer wir sind und was uns glücklich macht.

Mache mehr!

Helen Heinemann fordert: „Werde aufmerksamer für deine Wünsche und Visionen, achte auf das, was schon Realität ist und auf die Ziele, zu denen hin du wachsen willst. Mach nicht einfach weniger, sondern mach mehr! Lebe mehr von dir selbst.“ Sie nimmt uns in ihrem Buch mit auf eine Spurensuche zu den wahren Gründen unserer Erschöpfung – und zu dem, was uns wirklich erfüllt.

Warum Burnout nicht vom Job kommt.

Warum Burnout nicht vom Job kommt.

Die wahren Ursachen der Volkskrankheit Nr. 1

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Kurzbeschreibung

Dieses Buch räumt mit einer weit verbreiteten Fehlannahme auf: dass Burnout vom Job kommt. Nur wer bereits tief im Inneren erschüttert ist, gerät irgendwann stressbedingt in den Strudel eines Burnouts. Auf der Suche nach der wahren Ursache und nach der Behandlung von über 1.000 Patienten stieß die Hamburger Therapeutin Helen Heinemann auf ein Phänomen, das unsere Zeit prägt: Es lässt sich heute nicht mehr eindeutig sagen, was es heißt, Frau, Partnerin, Mutter oder Mann, Partner, Vater zu sein. Egal, ob Haushalt, Kinder, Job, Freunde, Sport oder Finanzen – jeder ist irgendwie für alles zuständig. Oder doch nicht? Wer macht eigentlich was?

2012 adeo Verlag in der Gerth Medien GmbH, Asslar 248 Seiten, 17,99 EUR, E-Book 13,99 EUR – Bestell-Nr. 814 256 – ISBN 978-3-942208-56-7

2019 HarperCollinsGermany 224 Seiten, 10,99 EUR, E-Book 8,99 EUR – ISBN/Artikelnummer: 9783959678650

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In unserer Gesellschaft machen immer häufiger beide Geschlechter alles. Weil die Grenzen verwischen, gibt es kaum noch Halt im Leben. Und diese tiefgreifende innere Verunsicherung ist kaum auszuhalten. Viele brennen aus, weil sie keine Ich-Stärke mehr haben. Auf der Grundlage ihrer fundierten Erkenntnisse zeigt Helen Heinemann völlig neue Wege aus der Burnout-Falle.

Mit ihrem neuen Buch demontiert Helen Heinemann die gängigen Vorstellungen über die Ursachen eines weit verbreiteten Phänomens. Die Verdichtung der Arbeitswelt, die Technisierung unseres Alltags, unser chronischer Zeitmangel – das alles sind nicht die wahren Gründe dafür, dass immer mehr Menschen in einen tief greifenden psychosomatischen Erschöpfungszustand fallen.

Helen Heinemann setzt stattdessen bei den Betroffenen selbst an. Sie sieht Frauen wie Männer chronisch angestrengt, weil mit der Auflösung der klassischen Geschlechterrollen ein Orientierungsverlust einhergegangen ist. Wer auf die Frage „Wer bin ich eigentlich?“ keine klare Antwort mehr hat, sieht sich mit immer komplexer werdenden Erwartungen konfrontiert. Bei dem Versuch, möglichst viele davon zu erfüllen, scheitern die Menschen und brennen aus. Hilfreich ist deshalb die Suche nach der eigenen Identität, nach den eigenen Werten und Wünschen. Erst wenn die Menschen herausfinden, was für sie wahrhaft wichtig ist im Leben, können sie sich von falschen Erwartungen distanzieren.

Die Analyse der Expertin basiert auf ihren Erfahrungen aus der Burnout-Prävention und aus ihren Begegnungen mit mehr als tausend betroffenen Männern und Frauen in speziellen Intensivseminaren im Auftrag der Krankenkassen.

Das Buch in einzelnen Thesen

Burnout ist eine emotionale Erschöpfung

Burnout ist ein tiefgreifender psychosomatischer Erschöpfungszustand, verbunden mit dem Verlust der Erholungsfähigkeit. Ursache und zentrales Merkmal ist eine emotionale Erschöpfung.

Gängige Erklärungsmuster und Behandlungsansätze sind unzureichend

Die meisten Erklärungsmodelle für Burnout treffen nicht das Problem. Viele Experten führen den Erschöpfungszustand vorrangig auf die Verdichtung der Arbeit, auf Zeitnot oder die Technisierung unserer Alltagswelt zurück. Diese hohe Verdichtung lasse die Betroffenen Energie verbrennen, die sie auf Dauer nicht haben, es tritt ein Burnout ein. Diese mechanistische Sichtweise greift meiner Ansicht nach zu kurz. Es ist vielmehr die Leere im Inneren, die die Menschen emotional müde zurücklässt, nicht eine chronische Überlastung. Dementsprechend wird Burnout in den meisten Fällen falsch behandelt. Das Konzept „weniger arbeiten“ greift einfach nicht. Die Betroffenen fallen in eine persönliche innere Leere zurück, wenn man sie auf lange Zeit krankschreibt, zur Kur schickt und sie damit zum Nichtstun verdammt.

Wer sind typische Ausbrenner?

Das Spektrum ist sehr breit und reicht von der hoch belasteten Führungskraft über die engagierte Altenpflegerin bis hin zur promovierten Hausfrau, die ihre Familie wie ein Unternehmen managt. Es gibt Gemeinsamkeiten. Burnout-Gefährdete sind vielseitig begabte Menschen, die über eine ausgeprägte soziale Intelligenz verfügen. Es sind Menschen, die gerne und viel arbeiten. Sie wollen ihre Sache gut machen und mit dem Ergebnis zufrieden sein. Es fällt ihnen äußert schwer, „nein“ zu sagen.

Spricht man länger mit den Betroffenen, entdeckt man tiefer liegende Parallelen. Burnout-Kandidaten haben ihr Leben oftmals auf eine individuelle Weise sehr selbständig gemeistert. Sie haben sich etwa aus den Vorgaben ihres Familiensystems gelöst und einen neuen Weg eingeschlagen. Diese Individualisierung erfordert allerdings die eigene Bedeutung aus sich selbst heraus definieren zu müssen. Ein Prozess, der in bestimmten Situationen zu emotionalem Stress führen kann.

Die Ursachen des Burnouts liegen im verborgenen Zweifel an der eigenen Identität

Die Ursachen liegen im Selbstbild der Betroffenen. Menschen brennen aus, weil sie ihre legitime, sichere Rolle im Leben nicht finden können. Deutlich umrissene Rollen reduzieren die Komplexität in einer Umwelt, die voller Reize, Anforderungen und Möglichkeiten ist. Wer ein klares Rollenverständnis hat und dieses ausleben kann, erhält Bestätigung von der Umwelt. Genau das fehlt denen, die ihre eigene Rolle erst selbst bestimmen müssen.

Der Wandel der Geschlechterrollen hat die Identitäten aufgeweicht

Die Erwartungen an die Frauen haben sich deutlich erhöht. Sie dürfen und sollen mehr. Sie sollen im Job gute Leistungen bringen und zugleich perfekte Partnerin und Mutter sein. Aber auch Männer sehen sich zum Teil mit widersprüchlichen Erwartungen konfrontiert: High Performance im Job reicht längst nicht mehr aus. Der „perfekte Mann“ ist zugleich ein verständnisvoller Chef, ein engagierter Vater und ein exzellenter Hobby-Koch. Die vermeintliche Gleichberechtigung zieht Rollenverbiegungen und Rollenkonfusionen nach sich, die die Betroffenen mit der zermürbenden Frage zurücklässt: Wer bin ich eigentlich?

Eine Rückkehr zu traditionellen Rollenmodellen ist keine Lösung

Die soziale Entwicklung der Frauen stellt andere gesellschaftliche Errungenschaften weit in den Schatten. Aber Frauen und Männer sollten sich darüber klar sein, dass Gleichmacherei keine Lösung ist. Ihre angeborenen Anlagen, die erworbenen Werte und die jeweils selbst wahrgenommene Identität sind durchaus verschieden. Männer und Frauen sollten sich in ihrem Rollenverständnis auf das berufen, was sie wirklich sind, und nicht auf das, was nach dem Kriterium der Geschlechtergleichheit richtig wäre.

Die Behandlung des Burnouts funktioniert über die Beschäftigung mit der eigenen Identität

Der richtige Weg in der Burnout-Behandlung führt über eine Annäherung an das eigene Ich, die eigene Biografie. Es geht um die Erkundung der eigenen Identität, die sich wiederum aus engen Beziehungen zur Umwelt speist. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse wahr- und ernst zu nehmen und auf dieser Grundlage im Job und in der Partnerschaft zusammenzuarbeiten, ein Team zu bilden, in der nicht jeder das Gleiche tut, sondern individuell das gestalten und beitragen kann, worin jeweils die eigenen Stärken liegen. Jeder braucht eine Möglichkeit, seine Fähigkeiten zu erkennen, einzusetzen und sich nicht ständig neuen Erwartungen und Anforderungen stellen zu müssen.

Betroffene können durch Coaching oder auch durch eine Therapie lernen wieder zu sich zu kommen

In meinen Seminaren arbeite ich mit unterschiedlichen Methoden an der persönlichen Bestandsaufnahme und Zielentwicklung. So betrachten die Teilnehmenden unter anderem ihren familiären Stammbaum und erkennen anhand von Lebenswendepunkten welche Entscheidungen sie damals getroffen haben, um unter den gegebenen Umständen gut zurechtzukommen. Mit der beglückenden Erfahrung, dass sie heute frei sind, neue und passendere Entscheidungen für sich und ihr Wohlergehen zu treffen, ist die schlimmste Krise überwunden. Nun gilt es nur noch den eigenen Wünschen Raum zu geben und auf Grundlage der persönlichen Ressourcen die entsprechenden Umsetzungsstrategien zu entwickeln. Verschiedene Körperwahrnehmungsverfahren helfen zudem dabei, sich wieder gut zu fühlen.

Einigen Teilnehmern empfehle ich ein weiterführendes Coaching, um ihre eigenen Rollenmuster zu reflektieren und sich aus den daraus resultierenden Schieflagen zu befreien. Andere fragen mich nach Adressen für Psychotherapie, um das Nachdenken über sich selbst zu vertiefen.

Unternehmen stiften großen Nutzen indem sie ihren Mitarbeitern Rollenklarheit und Zugehörigkeit ermöglichen

Auch wenn der Job nicht die Ursache des Burnouts ist, können verantwortliche Unternehmen dem entgegensteuern, indem sie für ihre Mitarbeiter ein Klima schaffen, das die Gesundheit fördert. Dazu gibt es viele Ansätze, von denen einige sich bewährt haben. Die Verbesserung der Beziehungskultur und die gemeinsame Ausrichtung auf ein Unternehmensziel gehören mit dazu.

Kritische Fragen an die Autorin

Ist Ihr Buch ein Plädoyer für ein Zurück der Frauen an den Herd? Immerhin hat die Rolle als Frau und Mutter mit ganz klaren Erwartungen früher anscheinend weniger Stress bedeutet.

Nein, ganz im Gegenteil. Die eindeutige Rollenzuschreibung war in der Vergangenheit stets mit der Unterdrückung der Frau und einer Einschränkung ihrer Rechte verbunden. Das kann sich niemand zurückwünschen. Ich plädiere vielmehr dafür, sich mit den neugewonnenen Möglichkeiten spielerisch auseinanderzusetzen. Frauen wie Männer.

Nehmen Sie Unternehmen nicht aus der Verantwortung?

Ich unterscheide zwischen Verantwortung und Schuldzuweisung, auch bei Unternehmen. Wenn Mitarbeiter erkranken, so haben Unternehmen selbstverständlich auch ein ganz eigenes Interesse daran, die Betroffenen zu unterstützen, wieder gesund zu werden. Dazu können sie beitragen, indem sie ein Klima schaffen, das ein gesundes Arbeiten ermöglicht. Das bedeutet zum Beispiel, dass das verantwortungsvolle Arbeiten im Team gefördert wird, eine Klarheit über die Unternehmenspolitik herrscht und die Vorgesetzten kommunizieren, welche Werte im Unternehmen gelebt werden.

Kann betriebliches Gesundheitsmanagement überhaupt greifen, wenn Burnout sowieso nichts mit dem Job zu tun hat?

Wenn Burnout nicht vom Job kommt, so heißt das nicht, dass es nichts damit zu tun hat. Der Umgang mit Stress am Arbeitsplatz etwa ist durchaus zu trainieren. Hier kann das Unternehmen Unterstützung leisten. Zum Beispiel, indem es den Betroffenen ein Coaching ermöglicht oder Auswege aus Stresssituationen zeigt.

Ist Burnout nicht sowieso eine Erfindung der Medien und die Betroffenen leiden eigentlich an einer Depression, die medizinisch behandelt werden muss?

Burnout-Betroffene sind klar von Menschen zu unterscheiden, die an einer Depression leiden und eine Behandlung benötigen. Manchmal sind die Übergänge fließend. Ein Burnout kann in eine Depression führen, wenn der Betroffene sich nicht mit den Ursachen auseinandersetzt. Die Medien haben das Symptom Burnout nicht erfunden. Aber die intensive Berichterstattung hat wohl dazu geführt, dass Menschen sich selbst besser beobachten und zum Arzt gehen, wenn sie erschöpft sind. Die vielen Beispiele von erkrankten Managern und erfolgreichen Frauen haben auch dazu geführt, dass man sich eines Burnouts nicht mehr schämen muss. Und das ist gut so. Insofern haben die Medien das Phänomen nicht hochgeschrieben, sondern aufgedeckt.

Sind Ihre Erfahrungen aus den Seminaren repräsentativ?

Eine Studie nach klinischen Methoden, wie beispielsweise bei einem Medikament, verläuft anders als meine Forschung. Die große Zahl der Seminarteilnehmer und die Intensität des einzelnen Kontaktes erlauben mir einen guten Überblick über das Geschehen insgesamt. Ich durfte den Frauen und Männern jeweils über mehrere Tage hinweg persönlich sehr nah kommen. Zudem habe ich oftmals noch mehrere Monate nach dem Seminar Feedback zu ihrer weiteren Entwicklung bekommen. Damit habe ich eine Einsicht erlangt, die weitaus tiefer ist als es in vielen wissenschaftlichen Studien möglich ist.

Setzen Sie die Betroffenen nicht noch weiter unter Druck, wenn Sie ihnen die Verantwortung für ihren Zustand selbst zuschreiben?

Ich unterscheide zwischen Verantwortung und Schuldzuweisung, auch bei den Betroffenen. Sicherlich ist es bequemer zu sagen „mein Job ist schuld. Aber langfristig gibt es bessere und gesündere Wege. Wenn die Betroffenen erst einmal erkannt haben, dass die fundierte Beschäftigung mit sich selbst Früchte trägt, kann die Arbeit an der eigenen Identität auch zu einem großen Befreiungsschlag führen und damit sehr entlastend wirken.

Ich bekomme viele begeisterte Rückmeldungen aus meinen Seminaren. Die Teilnehmer schildern, wie sich ihr Leben grundlegend geändert hat. Und manchmal schreiben dann auch die Partner, wie hilfreich das für die Beziehung gewesen ist.

Eltern werden -  Liebespaar bleiben

Eltern werden - Liebespaar bleiben

50 Tipps, damit die Liebe überlebt

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Kurzbeschreibung

Viele junge Eltern kennen dieses Phänomen: Das gemeinsame Kind, eigentlich sichtbares Zeichen der Zusammengehörigkeit, verbindet und trennt zugleich. An die Stelle der bisherigen intensiven Zweisamkeit tritt plötzlich die Verantwortung und gemeinsame Sorge für eine dritte Person, für eine kleine Familie. Das Leben ändert sich grundlegend - der Alltag, die Gesprächsthemen, der Freundeskreis. Die Beziehung der frisch gebackenen Eltern bleibt dabei häufig zwischen Geld verdienen, Windeln wechseln und Rückbildungsgymnastik auf der Strecke. Damit die Liebe an dieser Herausforderung nicht zerbricht, hat Helen Heinemann fünfzig Ratschläge zusammengestellt, mit deren Hilfe Sie aus typischen Krisensituationen heraus- und wieder zueinander finden können.

2005 Rowohlt Verlag, Reinbek / 2012 Westhafen Verlag, Frankfurt am Main 160 Seiten, 14,95 EUR, E-Book 9,99 EUR – ISBN 978-3-942836-01-2

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Wissen was wirkt

Nicht noch ein Ratgeber ...!

Junge Eltern schlagen sich mit unendlich vielen Ratschlägen, wie sie alles besser machen könnten.

  • TIPP
    Folgen Sie Ihren Stoßseufzern und lesen Sie einfach nur die Teile, von denen Sie sich angesprochen fühlen. Das Buch folgt zwar einem logischen Aufbau, dennoch steht jedes Kapitel für sich. Probieren Sie einfach aus, was wirkt.
  • DAMIT SIND SIE NICHT ALLEIN
    Vermutlich geht es Ihnen wie den meisten jungen Eltern und sie haben nicht mehr so viel Spaß an gemeinsamem Sex oder banale Alltagskonflikte weiten sich in letzter Zeit, ehe Sie es sich versehen, zu riesengroßen Problemen aus. Vielleicht aber haben Sie es sich auch nur ganz anders vorgestellt, das Leben mit einem Kind, und Sie sind enttäuscht, dass sich das große Glück einfach nicht einstellen will. Oder sind Sie noch guter Hoffnung und liebe Freunde haben Ihnen dieses Büchlein schon einmal vorsorglich in die Hand gedrückt, damit Sie gelassener den großen Umwälzungen begegnen können, die durch die Geburt Ihres Kindes auf Sie zukommen?
    Wie auch immer, am spannendsten scheinen auf jeden Fall die Themen zu sein, bei denen es um Liebe, Lust und Leidenschaft geht und Sie fragen sich nun, warum diese Abschnitte erst am Ende des Buches behandelt werden.
    Selbstverständlich können Sie auch einfach mit dem dritten Teil beginnen, um auf diese Weise schon einmal die ersten Antworten auf die brennendsten Fragen zu bekommen. Doch im dritten Teil sind wir bereits bei der Kür. Und wir wissen, vor einer guten Kür kommt die Pflicht und die wiederum braucht eine breite, sichere Basis.
    Deshalb beginnen wir mit dem Ich, wandern von dort zum Du und landen schlussendlich beim Wir. Die Liebe allerdings finden Sie in an jeder Stelle und darin versteckt auch die Lust und die Leidenschaft.

„Wenn du willst, was du noch nie gehabt hast, dann tu, was du noch nie getan hast.“ (Nossrat Peseschkian)

Wie Sie dieses Büchlein für sich nutzen können

Obwohl dies nur ein kleines Büchlein ist, so sind darin doch die gesamten neueren Erkenntnisse bezüglich der Krise in der frühen Elternschaft verarbeitet und alle komplexen Zusammenhänge auf verständliche Weise erklärt.

Manche Kapitel sind dabei eher an Frauen gerichtet, manche eher an Männer, weil beide Geschlechter mit unterschiedlichen Voraussetzungen an ihre Elternschaft herangehen.

So ist es beispielsweise eine große Herausforderung für viele Frauen, ihre Wünsche deutlich wahrzunehmen und sie so klein und konkret wie nur irgend möglich mitzuteilen, während es für die meisten Männer ebenso schwierig ist, auch bei scheinbar unwichtigen Alltagsproblemen aufmerksam zuzuhören und dabei ihre Anteilnahme und Wertschätzung auszudrücken.

Entsprechend ist die Ansprache in den jeweiligen Kapiteln, die jedoch bei eigener Betroffenheit kaum stören dürfte.

Insgesamt sind alle Tipps und Vorschläge so angelegt, dass sie ganz unabhängig von Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin durchgeführt werden können. Sie müssen also nicht noch zwischen Kind und Kegel spezielle Gesprächszeiten miteinander vereinbaren und diese nach strengen Regeln einhalten, sondern Sie können einfach loslegen und schauen, was passiert.

Das Buch in ein paar Kapiteln

14. Erfolge wahrnehmen

  • „Ich bekomme einfach überhaupt nichts mehr auf die Reihe gebracht!“
    Nichts entwickelt sich so, wie man es gerne möchte. Immer macht einem das Kind einen Strich durch die Rechnung. Dabei sollte doch alles so schön werden!
    TIPP
    Machen Sie sich heute noch einen Arbeitsplan für den nächsten Tag. Wenn er fertig ist, sehen Sie ihn sich in Ruhe durch und streichen dann ein Drittel der anstehenden Aufgaben. Auch hochbezahlte Manager belegen ihren Terminplan nur zu 70 Prozent.
    DAMIT SIND SIE NICHT ALLEIN
    In unserer Kultur haben Eltern eine Fülle unterschiedlicher Modelle, die nur zum Teil zeigen, was es bedeutet Mutter und Vater zu sein. Und so greifen sie zurück auf ihre eigenen Kindheitserfahrungen und versuchen sich zu erinnern, was ihnen damals als Kind gefallen hat und was nicht. Auf diese Weise entsteht ihr eigenes ideales Elternbild, das mit den neusten Wissenserkenntnissen aus Zeitschriften und Büchern bezüglich einer optimalen Kindererziehung angereichert wird. Entsprechend hoch sind die Ansprüche an sich selbst und den Partner.
    Mit dieser Weltsicht scheinen junge Eltern zudem jetzt nur noch Menschen zu begegnen, die offenbar ganz leicht all das schaffen, woran sie selbst täglich mehr oder weniger scheitern: Der Cousin, der seit der Geburt seines Kindes mit reduzierter Stundenzahl arbeitet, um mehr Zeit für seine Familie zu haben. Der stolze Vater, der sein kleines Kind auf den Schultern trägt. Die gelassene Mutter, die ihren Säugling mal eben im Café stillt, während sich das andere Kind gerade mit Schokoladeneis beschmiert. Die tolle Nachbarin, deren Fenster sich trotz der drei Rabauken im Sonnenlicht spiegeln. Die Freundin, die drei Wochen nach der Geburt bereits wieder in ihre alten Jeans hineinpasst und so aussieht, als hätte sich überhaupt nichts in ihrem Leben geändert.

„Ideale haben merkwürdige Eigenschaften, unter anderem die, dass sie in ihr Gegenteil umschlagen, sobald man sie verwirklicht.“ (Robert Musil)

  • Nehmen Sie Ihre Erfolge wahr
    Wenn es Ihnen auch so geht, dann machen Sie doch einmal für nur zehn Tage ein einfaches Experiment: Beschaffen Sie sich ein kleines hübsches Notizbuch und einen passenden Stift dazu und legen sich beides auf Ihren Nachttisch. Schreiben Sie nun jeden Abend vor dem Schlafengehen drei Ereignisse auf, bei denen Sie heute erfolgreich waren. Das kann etwas Großes sein, etwa: Ich habe endlich mal den Kühlschrank ausgemistet. Oder etwas scheinbar Kleines: Ich bin ganz ruhig geblieben, als das Kind den Gemüsebrei vom Tisch heruntergezogen hat. Aber auch: Ich habe mir eine gemütliche Kaffeepause gegönnt und dabei Zeitung gelesen, obwohl die Wäscheberge sich türmen. Was für Sie ein Erfolg ist, bestimmen Sie ganz allein und nur Sie!
    Wenn Sie merken, dass Ihnen Ihr Erfolgsbüchlein gut tut, dann machen Sie unbedingt damit weiter. Füllen Sie sich bis in die letzte Pore mit Ihren wunderbaren Erfolgen, spüren Sie die Lösung und Entspannung, die damit eintritt und genießen Sie täglich jeden kleinen Schritt Ihres persönlichen Wachstums.

21. Loslassen, wenn der Partner dran ist

  • „Ich kann es nicht aushalten, wie mein Mann manchmal mit den Kindern umgeht!“
    Die Arbeits- und Aufgabenteilung in einer Familie erfordert Vertrauen in die Kompetenz des Partners, auch wenn es manchmal sehr schwer fällt.
    TIPP
    Üben Sie sich darin, loszulassen, wenn Ihr Partner dran ist. Am Anfang ist es noch schwer, doch Sie werden merken, dass Sie es von Mal zu Mal besser hinbekommen werden. Und irgendwann werden Sie die köstlichen freien Stunden genießen können und erholt in das Familiengewusel zurückkehren.
    DAMIT SIND SIE NICHT ALLEIN
    Männer haben eine andere Art mit Kindern umzugehen. Selbst wenn sie nicht so erfahren sind und ihnen in manchem die Routine fehlt, Kinder lieben es, mit ihrem Papa zusammen zu sein. Mütter wundern sich manchmal, worauf sich Ihr sonst so empfindsames Kind plötzlich alles einlassen kann, wenn es mit seinem Papa zusammen ist.
    Kinder sind von Natur aus extrem anpassungsfähig. Ob sie bei den Inuits in Eiswasser gebadet werden, im Amazonas geröstete Schlangen essen oder in Deutschland in einem Kinderwagen liegen.
    Eltern sind diejenigen, die ganz unmittelbar ihrem Kind Sicherheit in dieser großen Welt geben. Deshalb ist für ein Kind auch alles richtig, was seine Eltern tun.
    Schwierig wird es für das Kind erst, wenn sich die Eltern uneins sind.

Entspannen: Beim Einatmen innerlich „los“, beim Ausatmen lächeln und innerlich „lassen“ sagen. Immer wieder „los-lassen“ bis sich die Spannung löst und ein heiteres Gefühl einstellt.

  • Lassen Sie los, wenn Ihr Partner dran ist
    Wenn nun endlich die Wünsche deutlich geäußert und die Absprachen klar getroffen sind, kommt der letzte, und für manche Frauen (kaum für die Männer) schwierigste Teil des ganzen Unternehmens: Ab jetzt dürfen sie sich nämlich nicht mehr einmischen. Egal was passiert! Erst, wenn sie wirklich um Hilfe gebeten werden.
    Natürlich kann es am Anfang noch mal Anfragen geben, wie etwa: „Wo sind denn die Schuhe?“ oder „Muss das Mützchen heute aufgesetzt werden?“ Darauf können Sie kurz und knapp antworten. Doch ab dann darf wirklich nichts mehr geschehen, bis Ihr Partner Sie ernsthaft um Unterstützung bittet. Egal, was für sonderbare Geräusche oder vielleicht sogar Geschrei Sie hören. Egal, wie extrem Ihr Kind gekleidet sein sollte oder ob die Windel schon bis in die Nachbarwohnung stinkt. Sie halten sich da raus!
    Wenn Sie es nicht aushalten können, gehen Sie an einen Ort, wo Sie es nicht mitbekommen müssen. Denken Sie noch einmal daran, wie unterschiedlich in den verschiedenen Kulturen mit Kindern umgegangen wird. Und denken Sie vor allem daran, dass es der Mann ist, den Sie als Vater für Ihr Kind ausgewählt haben, der sich jetzt gerade müht. Er wird sein Bestes geben und noch mehr. Wenn Sie ihn lassen!

47. Zweisamkeit vorbereiten

  • „Für Sex haben wir ganz einfach keine Zeit mehr!“
    Mit Kindern kann man unablässig durcharbeiten. Es gibt immer etwas, das noch erledigt werden muss und die Zeiten, die noch verbleiben, braucht man zum Schlafen.
    TIPP
    Tragen Sie in Ihren Terminkalender kinderfreie Zeiten ein, wie auch immer Sie diese organisieren können, und halten Sie sich daran.
    DAMIT SIND SIE NICHT ALLEIN
    Gerade Frauen haben die romantische Vorstellung, dass die Liebe über sie hereinbricht wie eine Himmelsmacht und sie dann nur noch in die Arme ihres Liebhabers zu sinken brauchen. Das ist in vielen wunderbaren Liebesfilmen so, aber leider nur ganz, ganz selten in der Wirklichkeit. In langjährigen Partnerschaften schon gar nicht. Wer dennoch darauf warten will, weil er annimmt, dass nur das die einzig wahre Liebe ausdrückt, muss viel Zeit mitbringen. Vielleicht bis an das Ende seiner Tage. Sex muss nicht spontan sein, um Spaß zu machen. Mit Sicherheit aber muss er ungestört sein.

„Keine ruhige Minute ist seitdem mehr für mich drin...“

  • Bereiten Sie Ihre Zweisamkeit vor
    Wie viel Zeit auch immer der Alltag mit kleinen Kindern Ihnen für ein ungestörtes Beisammensein lässt, in den meisten Fällen müssen Sie Ihre Zweisamkeit nun ganz bewusst planen.
    Beschränken Sie sich dabei nicht auf ein paar Highlights im Jahr sondern nehmen Sie sich regelmäßig Ihren „Elternabend“. Am besten wenigstens einmal in der Woche.
    Leiten Sie ihn mit einem gemeinsamen, kinderfreien Liebesmahl ein und machen Sie ihn dadurch sichtbar, dass der Fernseher ausbleibt. Erzwingen Sie keine erotische Begegnung, wenn Ihnen nicht danach ist, sondern genießen Sie einfach die intime Atmosphäre ihrer Paarbeziehung.
    Ihren Elternabend könnten Sie zusätzlich auch noch einmal im Monat einen ganzen Tag, alle drei Monate ein gemeinsames Wochenende und einmal im Jahr eine ganze Woche stattfinden lassen. Wichtig ist, dass Sie gewissenhaft auf seine Einhaltung achten und damit Ihr Liebesnest nicht dem Zufall überlassen.
    Kinder lieben und respektieren diese Zeiten, in denen Mama und Papa für alle sichtbar ein Paar sind, denn sie wünschen sich nichts mehr, als eine starke Bindung ihrer Eltern. Je deutlicher Sie ihnen gegenüber ihr Bedürfnis nach Privatsphäre machen, desto eher werden Ihre Kinder Sie darin unterstützen.
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